Unsere Historie
„Frauennetzwerk“ –
Ein Name ist Programm
Das Jahr 1996 – Frauen im Schwalm-Eder-Kreis!
Wir müssen 30 Jahre zurückdenken – das Frauenbild damals war ein anderes als heute.
Frauen auf dem Weg sich zu emanzipieren:
Forderungen nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Kinderbetreuung wurden in Demonstrationen öffentlich gemacht.
Die Vhs bot Orientierungskurse für Frauen zum Wiedereinstieg in den Beruf nach der Familienphase, an der DGB unterhielt die Beratungseinrichtung AUF, Arbeit und Frau, in Borken.
Die Begriffe Emanzipation und Selbstverwirklichung kommen heute bei jungen Frauen nicht mehr vor. Sie beschäftigen andere Themen.
Wir Frauen begannen uns zu verbünden
Im Schwalm-Eder-Kreis gab es auf Kreisebene frauenpolitisch arbeitend die „Kommission zur Gleichstellung der Frau“, mit Vorsitz Landrat Jürgen Hasheider und der Frauenbeauftragten Trudi Michelsen. Diese Kommission, mit etwas anderer Bezeichnung, gibt es heute noch. Parallel dazu gab es das „Frauenbündnis“.
Hier trafen sich Frauen von Bildungsträgern: VHS, DGB GEW, und der Gleichstellungskommission aus dem SEK.
Im Jahr 1996 wurde bekannt, dass das autonom geführte Frauenhaus, Schutzhaus in Homberg und einziges im SEK, schließen muss. Der Landkreis stellte die finanzielle Unterstützung wegen Misswirtschaft und mangelnden Nachweis der Belegungs- und Wirtschaftsdaten ein.
Mit der Schließung des Frauenhauses hätten Frauen im SEK keinen Zufluchtsort mehr. Mit großem Engagement der Frauenbeauftragten Trudi Michelsen, trafen Frauen aus der Gleichstellungskommission und dem Frauenbündnis Vorbereitungen einen Verein zum Erhalt des Frauenhauses zu gründen.
Die Gründungsversammlung fand im Frühjahr 1996 im „Hotel am Stadtpark“, in Borken, statt.
Ich war nicht vorbereitet auf dieses Amt. Die Frauen die mich vorschlugen, kannten mich durch meine Arbeit bei der Vhs und im Bündnis. Sie trauten mir dieses Amt zu.
Als Stellvertreterinnen wurde Ulla Hain von der SPD und Veronika Backes CDU, die beide frauenpolitisch sehr aktiv waren, gewählt.
Mit ihnen und all den anderen Frauen, die bereit waren, im Vorstand mitzuarbeiten, konnte ich mir die Vereinsarbeit gut vorstellen. Ich denke da an Birgit Hering CDU), Renate Schütz (FDP), Sabine Stagneth (Bündnis 90/ Grüne), Irene Weishaar (Evang. Kirche) Ingrid Zuschlag (Bezirksvorsitzende der Landfrauen), Else Skamel (Mütternotdienst), Erika Koch (Vhs), Reinhild Vogt (Deutsch. Sportbund). Das waren nur einige Frauen aus den Anfangsjahren. Wichtig, sie waren kreisweit vernetzt. Diese Vernetzung zu Parteien, Institutionen kreisweit, schlussfolgerte den Vereinsnamen „Frauennetzwerk“, der bis heute besteht.
Nun begann die eigentliche Arbeit, für Frauen im SEK ein Schutzhaus einzurichten, denn die damaligen Frauenhausführenden weigerten sich das Haus zu räumen.
Als erstes mieteten wir eine Wohnung in Holzhausen an, organisierten den telefonischen Notdienst, damit uns hilfesuchende Frauen erreichen konnten, führten Aufklärungsgespräche in den Dienststellen der Polizei, dem Jugendamt, Mütternotdienst und anderen Hilfseinrichtungen. Eine große Aufgabe bestand darin einen Träger des neuen Frauenhauses zu finden, denn wir selbst waren nicht in der Lage langfristig ein Haus zu führen. Auf Vermittlung der Frauenbeauftragten Trudi Michelsen fanden vertrauensvolle Gespräche mit dem damaligen Vorsitzenden der AWO, des Bürgermeisters a. D. Heinrich Haupt und der Geschäftsführerin Adele Hafermas-Fey, statt. Wir konnten die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Homberg, als neuen Träger des Frauenhauses im Schwalm-Eder-Kreis gewinnen.
Altes Frauenhaus – Neues Frauenhaus
Am letztmöglichen Tag der Kündigung räumten die verantwortlichen Frauen das Schutzhaus und übergaben uns die Räumlichkeiten mit den wenigen Frauen, die darin wohnten.
Zwischenzeitlich hatte der neue Träger für die Frauenhausarbeit Personal eingestellt. Mit der neuen Leiterin Vera Mottl-Stritter erhielten wir eine kompetente und engagierte Frau, mit der wir viele Jahre erfolgreich zusammen arbeiteten. Wir unterstützten ehrenamtlich ihre Arbeit im Haus und standen im ständigen Austausch mit dem Träger (AWO).
Das Thema „Gewalt an Frauen“ brachten wir durch Presseberichte und Veranstaltungen kreisweit in die Öffentlichkeit. Neue Mitglieder fanden wir bei Veranstaltungen für Frauen, beim Frauenfrühstück, Vorträgen, Lesungen, Gesundheitstagen und Bildungsreisen.
Mit unseren Mitgliedsbeiträgen sowie dem Erlös der Initiative „Zahngold sammeln für Frauen und Kinder in Not“ konnten wir ab dem Jahr 2002 die Arbeit im Frauenhaus und auch Frauen und Kinder in Not kreisweit finanziell helfen.
Projekte Rückblick
Eine Übersicht unserer Projekte aus den letzten Jahren.
Weihnachtsbrief Frauenhaus
Gemeinsam helfen, Hoffnung schenken
Auch in schwierigen Zeiten kleine Wünsche erfüllen und Freude schenken, das war das Ziel unserer Weihnachtsaktion.
Mit einem Aufsitzbagger für das Frauenhaus und Wunsch-Gutscheinen konnten wir Frauen und Kindern eine ganz konkrete Freude machen und ihnen ein Stück Normalität und Leichtigkeit schenken.
Wir Frauen vom Verein Frauennetzwerk Schwalm-Eder e. V. engagieren uns seit fast 30 Jahren für Frauen und Kinder in schwierigen Lebenssituationen. Wir sammeln Spenden, unterstützen Frauen und Kinder in finanziellen Notlagen und machen auf wichtige Themen wie Gewalt gegen Frauen und Frauengesundheit aufmerksam.
Mit unseren Aktionen möchten wir zeigen: Ihr seid nicht allein. Wir sehen hin, wir helfen und wir bleiben dran.
Antigewalttag 25.09.2025 - Ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen -Eine Veranstaltung des Büros für Frauen und Chancengleichheit Schwalm-Eder
Vor dem Fritzlarer Rathaus, haben viele Menschen ihre Solidarität mit den von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen gezeigt.
Danach wurde in der Stadthalle eine Theateraufführung gezeigt "72 Stunden". EINE Frau - alle 72 Stunden - dies war noch vor drei Jahren der Zeitraum, in dem eine Frau durch ihren Partner oder Ehemann ermordet wurde, heute geschieht alle 24 Stunden ein FEMIZID!
Schauen wir hin und werden Teil eines Systems um Patriarchale Strukturen zu erkennen und
VERANTWORTUNG zu übernehmen!
Diese Signale sollte jeder kennen!
- Hilfetelefon 116 016
- Code: ist LUISA da?
- und das SOS HANDZEICHEN
Rückblick auf den 7. Frauengesundheitstag in Borken (Hessen)
Austausch, Information und wichtige Impulse
Auch in diesem Jahr war das Frauennetzwerk Schwalm-Eder e. V. mit einem Infostand beim Frauengesundheitstag vertreten.
Viele bekannte und neue Besucherinnen informierten sich über unsere ehrenamtliche Arbeit und unser Engagement für Frauen und Kinder in Not.
Besonders großes Interesse weckte erneut das SOS-Hilfe-Handzeichen, mit dem Menschen in akuter Bedrohung wortlos auf ihre Situation aufmerksam machen können. Viele Besucherinnen probierten es direkt aus. Auch das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (116 016) ist inzwischen immer bekannter.
Der Frauengesundheitstag bot damit eine gute Gelegenheit, wichtige Informationen weiterzugeben, Aufmerksamkeit zu schaffen und mit Frauen ins Gespräch zu kommen.
Eine Übersicht geleisteter Hilfen
Das Frauennetzwerk engagiert sich weiterhin für Frauen und Kinder in finanziellen Notlagen. Die Anfragen sind dabei vielfältig.
Wir danken allen Spenderinnen und Spendern für ihre großzügige Unterstützung im Jahr 2024!
Unser Dank gilt dem Stöberstübchen Borken, Metallbau Otto, der Praxis Dr. J. Röthele, dem Sanitätshaus Thiel sowie zahlreichen Privatpersonen. Sie alle haben dazu beigetragen, Frauen und Kindern in schwierigen Situationen zu helfen.
Einige Beispiele aus den letzten zwei Monaten:
- Eine alleinstehende Frau mit geringer Rente benötigte dringend eine neue Waschmaschine – wir haben die Anschaffung finanziert.
- Eine Frau mit Tochter benötigte einen neuen E-Herd, den wir ebenfalls finanzieren konnten.
- Eine junge Frau begann nach der Trennung von ihrem Ehemann ein neues Leben. Wir unterstützten sie mit Bett, Kleiderschrank und Kleidung für ihren beruflichen Neustart.
Dies sind nur einige Beispiele. Die Unterstützung erfolgt nach einem formlosen Antrag und dem Nachweis der Bedürftigkeit.
